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Holzfaserdämmung: Eigenschaften, Einsatz und Grenzen

Holzfaserdämmstoffe sind Dämmplatten aus Holzfasern, die im Nassverfahren mit holzeigenem Lignin gebunden werden; ein Herstellerdatenblatt nennt als Größenordnung 0,040 W/(m·K) Wärmeleitfähigkeit, etwa 160 kg/m³ Rohdichte, eine Diffusionswiderstandszahl µ = 5 und das Brandverhalten Euroklasse E.

Von der Redaktion · 22.10.2026 · 6 Min. Lesezeit

Holzfaserdämmung: Eigenschaften, Einsatz und Grenzen
Kurzantwort

Holzfaserdämmplatten bestehen aus Holzfasern, die im Nassverfahren durch holzeigenes Lignin binden. Ein Herstellerdatenblatt nennt als Größenordnung 0,040 W/(m·K) Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit, etwa 160 kg/m³ Rohdichte, eine Diffusionswiderstandszahl µ = 5 und Brandverhalten Euroklasse E (Herstellerdatenblatt, Abruf 21.10.2026; Produktwerte, nicht allgemeingültig). Die Platten dämmen Dach, Wand und Boden diffusionsoffen. Grenzen setzen Brandschutz, Feuchte und die nötige Plattendicke für hohe Dämmwerte; Preise vergleichen Sie je Dämmwert, nicht je Platte.

Was sind Holzfaserdämmstoffe?

Holzfaserdämmstoffe sind Platten oder Matten aus zerfaserten Holzresten, die im Nassverfahren hergestellt und durch holzeigenes Lignin gebunden werden. Sie zählen zu den Naturdämmstoffen und verbinden Wärmeschutz mit Diffusionsoffenheit, Masse und einfacher Verarbeitung auf der Baustelle.

Beim Nassverfahren wird Holz zu Fasern aufgeschlossen, in Wasser aufgeschwemmt, zu Platten geformt und getrocknet. Das im Holz enthaltene Lignin wirkt als Bindemittel (Herstellerdatenblatt, Abruf 21.10.2026). Zusatzstoffe nennt der Hersteller im Datenblatt des jeweiligen Plattentyps.

Die Werte unten stammen aus dem Datenblatt einer Holzfaserdämmplatte und gelten als Größenordnung, nicht für jedes Produkt. Wärmeleitfähigkeit, Rohdichte und Brandverhalten unterscheiden sich je nach Plattentyp und Hersteller. Vergleichen Sie immer das Datenblatt des gewählten Produkts.

Kennwerte einer Holzfaserdämmplatte laut Hersteller, Quelle: Herstellerdatenblatt, Stand 21.10.2026
KennwertGrößenordnung
Bemessungswert Wärmeleitfähigkeit0,040 W/(m·K)
Rohdichteetwa 160 kg/m³
Diffusionswiderstandszahl µ5
BrandverhaltenEuroklasse E
HerstellungNassverfahren, Bindung durch Lignin

Wo setzen Sie Holzfaserdämmung ein?

Holzfaserdämmung setzen Sie in Dach, Außenwand und Boden ein: als Zwischensparren- oder Aufsparrendämmung, als Wärmedämmverbundsystem oder Innendämmung sowie als Trittschalldämmung unter Estrich. Die Plattenart richtet sich nach dem Bauteil, der Belastung und den Angaben des Herstellers im Datenblatt.

Im Dach liegt die Dämmung zwischen oder auf den Sparren. Eine diffusionsoffene Plattenschicht lässt Feuchte aus dem Bauteil abtrocknen. Das schützt Holzkonstruktionen, denn Holz bleibt unter 20 % Feuchte frei von holzzerstörenden Pilzen (Wikipedia Holzfeuchte, Abruf 21.10.2026).

An Außenwänden dämmt sie Holzständerwände zwischen den Ständern und Massivwände als Außendämmung. Bei Holzbau gehört sie zu den typischen Gefachfüllungen (siehe Ratgeber Holzständerbauweise). Im Boden dient sie als Dämmung und zur Trittschalldämmung nach Herstellerangabe.

Innendämmung an Bestandswänden verlangt eine genaue Planung der Feuchte. Lassen Sie diese Fälle durch einen Energieberater oder Fachplaner prüfen, weil falsche Schichtfolgen Schimmel verursachen.

Welche Vorteile bietet Holzfaserdämmung?

Vorteile sind Diffusionsoffenheit (µ = 5), sommerlicher Wärmeschutz durch die Masse der Platten, ein nachwachsender Rohstoff und gute Verarbeitung auf der Baustelle. Mit 0,040 W/(m·K) dämmt eine Platte laut Hersteller bei einer vergleichsweise hohen Rohdichte von etwa 160 kg/m³.

Die Diffusionswiderstandszahl µ gibt an, wie stark ein Stoff Wasserdampf bremst, verglichen mit ruhender Luft. Mit µ = 5 lässt die Platte Wasserdampf vergleichsweise leicht passieren. Das Bauteil kann Feuchte nach außen abgeben.

Die Rohdichte von etwa 160 kg/m³ speichert Wärme und verzögert ihr Eindringen im Sommer. Der sommerliche Wärmeschutz von Dachräumen verbessert sich dadurch gegenüber leichten Dämmstoffen. Der Effekt hängt von Plattendicke und Bauteilaufbau ab.

Rechenbeispiel: Eine Platte mit 200 mm Dicke und 0,040 W/(m·K) hat einen Wärmedurchlasswiderstand von 0,2 m geteilt durch 0,040, also 5,0 m²K/W. Der U-Wert der Dämmschicht allein beträgt damit 0,20 W/(m²K). Übrige Schichten verbessern diesen Wert; der Fachplaner berechnet das Bauteil gesamt.

Dämmschicht allein bei 0,040 W/(m·K), Quelle: eigene Berechnung aus Herstellerwert, Stand 21.10.2026
DickeWärmedurchlasswiderstandU-Wert der Schicht
100 mm2,5 m²K/W0,40 W/(m²K)
160 mm4,0 m²K/W0,25 W/(m²K)
200 mm5,0 m²K/W0,20 W/(m²K)
240 mm6,0 m²K/W0,17 W/(m²K)

Die Tabelle zeigt, dass der Wärmedurchlasswiderstand linear mit der Dicke steigt: Doppelte Dicke ergibt den doppelten Widerstand und den halben U-Wert der Schicht. Mehr Dicke bedeutet mehr Gewicht, mehr Platz im Sparrenfeld und längere Befestigungsmittel, die Sie in der Planung berücksichtigen.

Wo liegen die Grenzen und Kosten?

Grenzen setzen Brandverhalten (Euroklasse E), Feuchteempfindlichkeit bei dauerhafter Nässe und Plattendicken für hohe Dämmwerte. Kosten vergleichen Sie je Quadratmeter bei gleichem Wärmedurchlasswiderstand, nicht je Platte, denn Dicken, Rohdichten und Plattenformate unterscheiden sich zwischen den Produkten.

Euroklasse E zählt zu den niedrigeren Brandklassen der Baustoffklassifizierung. Prüfen Sie Anforderungen des Brandschutzes für Ihre Gebäudeklasse in der Landesbauordnung und fragen Sie im Zweifel einen Fachplaner.

Holzfaserplatten dürfen nicht dauerhaft nass werden. Schützen Sie sie auf der Baustelle vor Regen und bauen Sie sie trocken ein. Spritzwasserbereiche am Sockel erfordern geeignete Sockelplatten.

Vergleichen Sie Preise je Quadratmeter und gleichem Wärmedurchlasswiderstand. Rechnen Sie Zubehör, Befestigung und Verarbeitung ein. Einen festen Preis nennt dieser Beitrag nicht, denn Preise schwanken mit Hersteller und Dicke.

Checkliste Holzfaserdämmung
  • Vergleichen Sie Datenblätter der Produkte.
  • Planen Sie Dicke über den Wärmedurchlasswiderstand.
  • Schützen Sie Platten vor Nässe.
  • Prüfen Sie Brandschutzanforderungen.
  • Lassen Sie Innendämmung fachlich planen.

Wie verarbeiten Sie Holzfaserplatten?

Verarbeiten Sie Holzfaserplatten trocken, passgenau und ohne Fugen: zuschneiden mit Handsäge oder Kreissäge, Plattenkanten dicht aneinander setzen und Hohlräume im Gefach vermeiden. Befestigung, Anschlüsse und Luftdichtheit richten sich nach der Herstellerangabe des Plattentyps und der Planung.

Nutzen Sie eine Säge mit geeignetem Blatt und tragen Sie Staubschutz. Die Platten bilden beim Schneiden feinen Holzstaub, der Atemwege reizt. Arbeiten Sie mit Absaugung und Atemschutz.

Bei der Zwischensparrendämmung klemmen Sie die Platten leicht übermaßig ein, damit sie ohne Fugen sitzen. Schließen Sie Anschlüsse an Fenster, Dachflächenfenster und Durchdringungen luftdicht nach Herstellerangabe an.

Lagern Sie Platten trocken und flach. Bei Feuchteeintrag während der Bauzeit lassen Sie die Platten vor dem Schließen des Bauteils trocknen. Messen Sie bei Zweifel die Holzfeuchte.

Wie schneidet Holzfaser gegenüber Mineralwolle und Hanf ab?

Holzfaser, Mineralwolle und Hanf unterscheiden sich in Rohstoff, Rohdichte, Diffusionsverhalten und Brandverhalten je nach Produkt. Entscheidend sind die Datenblattwerte: Wärmeleitfähigkeit, Rohdichte, µ-Wert und Euroklasse, verglichen bei gleichem Bauteil und gleicher Dämmwirkung, nicht nach dem Rohstoff allein.

Holzfaser bietet Masse für sommerlichen Wärmeschutz und Diffusionsoffenheit. Hanfdämmung besteht aus Hanffasern und dient ähnlichen Einsatzfeldern; Begriff im Lexikon unter Hanfdämmung. Mineralwolle ist ein mineralischer Dämmstoff mit eigenen Datenblattwerten.

Bei der Auswahl zählen Bauteil, Brandschutz, Feuchtebelastung und Budget. Fordern Sie Datenblätter an und vergleichen Sie Wärmeleitfähigkeit, Rohdichte und µ-Wert nebeneinander. Allgemeingültige Rangfolgen gibt es nicht, die Produktwerte entscheiden.

Hinweis

Allgemeine Information, keine Beratung. Die genannten Werte sind Produktwerte eines Herstellerdatenblatts und nicht allgemeingültig. Anwendungs- und Schutzhinweise sind allgemeine Orientierung; für Bauphysik, Brandschutz und Statik entscheidet ein Fachbetrieb oder Fachplaner.

Häufige Fragen

Welche Wärmeleitfähigkeit hat Holzfaserdämmung?

Ein Herstellerdatenblatt nennt für eine Holzfaserdämmplatte einen Bemessungswert von 0,040 W/(m·K) (Herstellerdatenblatt, Abruf 21.10.2026). Der Wert gilt für dieses Produkt als Größenordnung; andere Plattentypen weichen ab und tragen eigene Datenblattwerte.

Ist Holzfaserdämmung diffusionsoffen?

Holzfaserdämmung gilt als diffusionsoffen: Das Herstellerdatenblatt nennt eine Diffusionswiderstandszahl µ = 5 (Herstellerdatenblatt, Abruf 21.10.2026). Wasserdampf kann das Bauteil passieren. Die Schichtfolge im Bauteil planen Sie dennoch genau, besonders bei Innendämmung.

Wie brennbar ist Holzfaserdämmung?

Das Datenblatt nennt Brandverhalten Euroklasse E (Herstellerdatenblatt, Abruf 21.10.2026). Das ist eine niedrige Einstufung im Baustoffbrandverhalten. Welche Anforderungen Ihr Gebäude stellt, klären Sie mit Landesbauordnung und Fachplaner; Produktwerte sind nicht allgemeingültig.

Wofür eignet sich Holzfaserdämmung am besten?

Holzfaserdämmung eignet sich für Dach, Holzständerwand, Außenwand und Boden, besonders wo Diffusionsoffenheit und sommerlicher Wärmeschutz zählen. Weniger geeignet sind dauerhaft nasse Bereiche. Die Plattenart wählen Sie nach Bauteil und Herstellerdatenblatt.

Weiterlesen

Alle Beiträge zu Naturbaustoffen bündelt der Pillar Natürlich bauen: Holzbau, Lehm und Naturdämmstoffe. Lesen Sie die Begriffe Holzfaserdämmung und Diffusionsoffenheit, vergleichen Sie Lehmputz innen verarbeiten: Untergrund, Auftrag und Raumklima und planen Sie mit Holzständerbauweise erklärt: Aufbau, Vor- und Nachteile und Holzhaus bauen oder kaufen: Bauweisen, Ablauf und Entscheidungshilfe.

Quellen

Herstellerdatenblatt einer Holzfaserdämmplatte (STEICO therm), https://www.steico.com/fileadmin/user_upload/importer/downloads/produktinformationen_holzfaser-dmmstoffe/STEICO_technical-data-sheet_therm_DEU-AUT_CHE_de_i.pdf, Abruf 21.10.2026; Produktwerte, nicht allgemeingültig. Wikipedia, Holzfeuchte, https://de.wikipedia.org/wiki/Holzfeuchte, Abruf 21.10.2026. Stand dieses Beitrags: 21.10.2026.

Häufige Fragen

Welche Wärmeleitfähigkeit hat Holzfaserdämmung?

Ein Herstellerdatenblatt nennt für eine Holzfaserdämmplatte einen Bemessungswert von 0,040 W/(m·K) (Herstellerdatenblatt, Abruf 21.10.2026). Der Wert gilt für dieses Produkt als Größenordnung; andere Plattentypen weichen ab und tragen eigene Datenblattwerte.

Ist Holzfaserdämmung diffusionsoffen?

Holzfaserdämmung gilt als diffusionsoffen: Das Herstellerdatenblatt nennt eine Diffusionswiderstandszahl µ = 5 (Herstellerdatenblatt, Abruf 21.10.2026). Wasserdampf kann das Bauteil passieren. Die Schichtfolge im Bauteil planen Sie dennoch genau, besonders bei Innendämmung.

Wie brennbar ist Holzfaserdämmung?

Das Datenblatt nennt Brandverhalten Euroklasse E (Herstellerdatenblatt, Abruf 21.10.2026). Das ist eine niedrige Einstufung im Baustoffbrandverhalten. Welche Anforderungen Ihr Gebäude stellt, klären Sie mit Landesbauordnung und Fachplaner; Produktwerte sind nicht allgemeingültig.

Wofür eignet sich Holzfaserdämmung am besten?

Holzfaserdämmung eignet sich für Dach, Holzständerwand, Außenwand und Boden, besonders wo Diffusionsoffenheit und sommerlicher Wärmeschutz zählen. Weniger geeignet sind dauerhaft nasse Bereiche. Die Plattenart wählen Sie nach Bauteil und Herstellerdatenblatt.

Hinweis

Anwendungs- und Schutzhinweise sind allgemeine Orientierung; bei Holzschutzmitteln gelten Produktangaben und Sicherheitsdatenblätter, bei statischen Fragen ein Fachbetrieb.