Lexikon
Thermoholz
Thermoholz ist Holz, das unter Sauerstoffmangel auf mindestens 160 °C, typisch 170 bis 250 °C erhitzt wird, wodurch sich Quell- und Schwindmaß deutlich verringern.

Thermoholz wird unter Sauerstoffmangel auf mindestens 160 °C erhitzt, typisch auf 170 bis 250 °C über etwa 24 bis 48 Stunden. Dadurch sinken Quell- und Schwindmaß um bis zu 70 % (Wikipedia Thermoholz, Stand 21.10.2026). Biege- und Abriebfestigkeit nehmen dagegen ab.
Wodurch unterscheidet sich Thermoholz von unbehandeltem Holz?
Thermoholz unterscheidet sich von unbehandeltem Holz durch die thermische Veränderung der Zellwand. Die Hitze verringert den Anteil an Stoffen, die Wasser binden. Das Holz nimmt deshalb weniger Feuchte auf und quillt und schwindet weniger.
Der Prozess verläuft ohne Zusatz von Chemikalien. Das Holz wird unter Sauerstoffmangel erhitzt, damit es nicht verbrennt. Die Temperatur liegt mindestens bei 160 °C. Die Dauer beträgt je nach Verfahren etwa 24 bis 48 Stunden (Wikipedia Thermoholz, Stand 21.10.2026).
Die Eigenschaften verschieben sich aber auch in eine andere Richtung. Biege- und Abriebfestigkeit nehmen ab. Thermoholz gilt deshalb nicht als tragendes Bauprodukt ohne Verwendbarkeitsnachweis (Wikipedia Thermoholz, Stand 21.10.2026). Für tragende Bauteile bleibt unbehandeltes Holz die übliche Wahl.
Die Form bleibt im Vergleich stabil. Dielen aus Thermoholz verziehen sich weniger, weil das Schwindmaß sinkt. Das macht das Material für Terrassen und Fassaden interessant, wenn die Form dauerhaft erhalten bleiben soll.
Welches Beispiel zeigt Thermoholz?
Die Anwendung in Terrassen zeigt den Hauptzweck. Laut einer Erhebung aus dem Jahr 2010 gingen rund 80 % der deutschen Produktion in Terrassenbeläge (Wikipedia Thermoholz, Stand 21.10.2026). Dieser Wert ist älter und deshalb als Größenordnung zu lesen.
Ein Rechenfall zeigt die Richtung des Effekts. Sinkt das Schwindmaß um bis zu 70 %, sinkt der Schwund einer Diele im gleichen Verhältnis. Die Zahl ist eine Größenordnung aus der Quelle und ersetzt keine Messung am konkreten Holz.
Ein Vergleich mit Bangkirai zeigt die Spannweite. Bangkirai ist sehr hart und dicht, Thermoholz verliert dagegen an Abriebfestigkeit durch die Behandlung. Beide Materialien eignen sich für Terrassen, aber aus unterschiedlichen Gründen.
Welche Begriffe gehören zu Thermoholz?
- Quellmaß ist die Volumenzunahme des Holzes bei steigender Feuchte.
- Schwindmaß ist die Volumenabnahme des Holzes bei sinkender Feuchte.
- Holzfeuchte ist der Wassergehalt des Holzes in Prozent der Darrmasse.
- Terrassendiele ist ein Belagbrett für Terrassen auf einer Unterkonstruktion.
- Fasersättigung ist der Punkt, an dem die Zellwände voll mit Wasser sind.
Welche Fragen beantwortet dieser Begriff?
Ist Thermoholz witterungsbeständiger als Vollholz?
Es nimmt weniger Feuchte auf und quillt und schwindet weniger. Das verringert Risse und Verformungen. Eine Dauerhaftigkeitsklasse im Sinne der DIN EN 350 verändert sich dadurch allerdings nicht automatisch.
Kann man Thermoholz streichen oder lasieren?
Ja, die Oberfläche lässt sich behandeln. Die Herstellerangaben nennen geeignete Produkte. Vor dem Auftrag ist die Oberfläche gründlich zu reinigen.
Wie erkennt man Thermoholz?
Die dunklere Farbe zeigt die Behandlung an. Das Holz wirkt außerdem matter und spröder. Eine sichere Zuordnung gibt nur die Herstellerangabe im Lieferschein.
Quellen
Wikipedia, Artikel Thermoholz, Abruf und Stand 21.10.2026.
Weiterlesen: Die Materialien für Terrassen vergleicht der Ratgeber Douglasie Terrassendielen: Eigenschaften, Verlegung und Pflege. Den Begriff der Terrassendiele erklärt der Terrassendiele. Alle Themen rund um den Außenbereich bietet der Holz im Außenbereich: Terrasse, Fassade und Holzschutz.
Häufige Fragen
Ist Thermoholz witterungsbeständiger als Vollholz?
Es nimmt weniger Feuchte auf und quillt und schwindet weniger. Das verringert Risse und Verformungen. Die Dauerhaftigkeitsklasse nach DIN EN 350 verändert sich dadurch nicht automatisch.
Kann man Thermoholz streichen oder lasieren?
Ja, die Oberfläche lässt sich behandeln. Die Herstellerangaben nennen geeignete Produkte. Vor dem Auftrag wird die Oberfläche gründlich gereinigt.
Wie erkennt man Thermoholz?
Die dunklere Farbe zeigt die Behandlung an. Eine sichere Zuordnung gibt nur die Herstellerangabe im Lieferschein.
Anwendungs- und Schutzhinweise sind allgemeine Orientierung; bei Holzschutzmitteln gelten Produktangaben und Sicherheitsdatenblätter, bei statischen Fragen ein Fachbetrieb.