Lexikon
Darrdichte
Die Darrdichte ist die Masse eines Holzkörpers im vollständig getrockneten Zustand, bezogen auf sein Volumen, und wird nach der Darrmethode bei 103 ± 2 °C bestimmt.

Die Darrdichte misst die Masse von Holz im vollständig getrockneten Zustand je Volumen. Die Bestimmung erfolgt durch Trocknen bei 103 ± 2 °C bis zur Gewichtskonstanz. Diese Darrmethode ist in DIN EN 13183-1 geregelt (Wikipedia Holzfeuchte, Stand 21.10.2026). Die Methode ist zuverlässig, aber nicht zerstörungsfrei.
Wodurch unterscheidet sich die Darrdichte von der Rohdichte?
Die Darrdichte unterscheidet sich von der Rohdichte durch den Feuchtezustand. Die Rohdichte gilt für Holz mit einer bestimmten Restfeuchte, meist 12 %. Die Darrdichte gilt für Holz ohne Wasser. Der Wert ist deshalb niedriger als die Rohdichte bei gleicher Holzart.
Beide Werte beschreiben dieselbe Holzart. Die Darrdichte eignet sich für den wissenschaftlichen Vergleich, weil sie den Wasseranteil ausschließt. Die Rohdichte eignet sich für die Praxis, weil Holz im Einsatz selten vollständig trocken ist.
Die Feuchte im Holz hängt vom Einsatzort ab. Lufttrockenes Holz hat etwa 15 % Holzfeuchte. Im beheizten Innenraum liegt die Normalfeuchte bei etwa 12 % (Wikipedia Holz, Stand 21.10.2026). Für die Darrdichte wird das Holz künstlich auf den Nullwert getrocknet.
Die Reindichte der Zellwand bildet die Grenze nach oben. Sie liegt etwa bei 1.500 kg/m³ und ist weitgehend holzartunabhängig (Wikipedia Holz, Stand 21.10.2026). Die Darrdichte liegt stets darunter, weil die Hohlräume im Holz mitgerechnet werden.
Welches Beispiel zeigt die Darrmethode?
Die Darrmethode zeigt sich im Labor. Ein Probekörper wird gewogen, bei 103 ± 2 °C getrocknet und erneut gewogen. Die Trocknung endet, wenn das Gewicht konstant bleibt. Aus Masse und Volumen ergibt sich die Darrdichte.
Ein Rechenfall verdeutlicht den Ablauf. Ein Probekörper mit 100 cm³ Volumen wiegt feucht 80 g und getrocknet 60 g. Die Darrdichte beträgt dann 0,60 g/cm³, also 600 kg/m³. Die Differenz von 20 g entspricht dem Wasseranteil. Die Holzfeuchte ergibt sich aus diesem Verlust bezogen auf die Darrmasse.
Die Methode zeigt auch die Grenzen. Sie zerstört den Probekörper, weil er vollständig getrocknet wird. Für Messungen am fertigen Bauteil eignen sich Feuchtemessgeräte, die jedoch Richtwerte liefern und nicht die Darrmethode ersetzen.
Welche Begriffe gehören zu Darrdichte?
- Rohdichte ist die Masse des Holzes je Volumen bei einer bestimmten Holzfeuchte.
- Holzfeuchte ist der Wassergehalt des Holzes in Prozent der Darrmasse.
- Darrmethode ist das Trocknungsverfahren bei 103 ± 2 °C nach DIN EN 13183-1.
- Gewichtskonstanz ist der Zustand, in dem das Gewicht bei Trocknung nicht mehr sinkt.
- Reindichte ist die Dichte der festen Zellwand ohne Hohlräume.
Welche Fragen beantwortet dieser Begriff?
Warum ist die Darrdichte niedriger als die Rohdichte?
Die Darrdichte misst das Holz ohne Wasser. Die Rohdichte enthält das Wasser bei der jeweiligen Feuchte. Deshalb liegt die Darrdichte stets unter der Rohdichte bei gleicher Holzart.
Ist die Darrmethode für Messungen im Haus geeignet?
Nein, sie zerstört den Probekörper und dauert länger. Für Messungen im Haus eignen sich Feuchtemessgeräte. Deren Werte sind Richtwerte und ersetzen die Darrmethode nicht.
Bei welcher Temperatur wird gedarrt?
Die Darrmethode arbeitet bei 103 ± 2 °C bis zur Gewichtskonstanz. Diese Vorgabe steht in DIN EN 13183-1 (Wikipedia Holzfeuchte, Stand 21.10.2026).
Quellen
Wikipedia, Artikel Holzfeuchte, Abruf und Stand 21.10.2026. Wikipedia, Artikel Holz, Abruf und Stand 21.10.2026.
Weiterlesen: Die Werte der Holzarten zeigt der Holzarten im Überblick: Eigenschaften, Herkunft und Verwendung. Den Wert im feuchten Zustand erklärt der Rohdichte. Die Messung der Feuchte am Bauteil behandelt der Ratgeber Holzfeuchte messen und Holz trocknen: Werte, Geräte, Trockenzeiten.
Häufige Fragen
Warum ist die Darrdichte niedriger als die Rohdichte?
Die Darrdichte misst das Holz ohne Wasser. Die Rohdichte enthält das Wasser bei der jeweiligen Feuchte. Deshalb liegt die Darrdichte stets unter der Rohdichte bei gleicher Holzart.
Ist die Darrmethode für Messungen im Haus geeignet?
Nein, sie zerstört den Probekörper und dauert länger. Für Messungen im Haus eignen sich Feuchtemessgeräte, deren Werte als Richtwerte gelten.
Bei welcher Temperatur wird gedarrt?
Die Darrmethode arbeitet bei 103 ± 2 °C bis zur Gewichtskonstanz. Diese Vorgabe steht in DIN EN 13183-1.
Anwendungs- und Schutzhinweise sind allgemeine Orientierung; bei Holzschutzmitteln gelten Produktangaben und Sicherheitsdatenblätter, bei statischen Fragen ein Fachbetrieb.