Lexikon
Brettschichtholz
Brettschichtholz ist ein Holzwerkstoff aus mindestens drei verleimten Brettlagen mit gleicher Faserrichtung, der keilgezinkt und tragfähig gefertigt wird und als Bezeichnung GL24h trägt.

Brettschichtholz besteht aus mindestens drei verleimten Brettlagen mit gleicher Faserrichtung. Die Bretter sind keilgezinkt und bilden einen tragfähigen Querschnitt. Die Bezeichnung GL24h steht für 24 N/mm² charakteristische Biegefestigkeit, das h kennzeichnet homogenen Aufbau (Wikipedia Brettschichtholz, Stand 21.10.2026). Die Abkürzung BSH ist im Bau gebräuchlich.
Wodurch unterscheidet sich Brettschichtholz von Vollholz?
Brettschichtholz unterscheidet sich von Vollholz durch den Aufbau aus Lagen. Vollholz ist ein Stück aus dem Stamm und kann Risse, Äste und Verdrehungen zeigen. Brettschichtholz setzt gezielt verleimte Bretter zusammen. Fehler einzelner Lagen wirken dadurch weniger stark auf den Gesamtquerschnitt.
Die Herstellung läuft nach einem festen Ablauf. Die Bretter werden getrocknet, an den Enden keilgezinkt und anschließend verleimt. Die Keilzinkung verbindet die Bretter ohne sichtbare Naht, sodass lange Träger entstehen. Die Faserrichtung bleibt in allen Lagen gleich (Wikipedia Brettschichtholz, Stand 21.10.2026).
Gebogene Träger sind ein Sonderfall. Otto Hetzer erhielt 1906 das Patent Nr. 197773 für gebogene Leimbinder (Wikipedia Brettschichtholz, Stand 21.10.2026). Das Verfahren erlaubt Bögen, die mit Vollholz kaum herstellbar sind.
Die Festigkeit ergibt sich aus der Sortierung. Die Klasse GL24h zeigt, welche Biegefestigkeit das Material erreicht. Für die Planung ist die Klasse wichtiger als die Holzart, weil sie den Tragwert direkt angibt.
Welches Beispiel zeigt Brettschichtholz?
Ein Dachbinder zeigt den typischen Einsatz. Er spannt große Weiten und trägt die Dachlast über wenige Auflager ab. Die Festigkeit der Klasse GL24h macht solche Weiten möglich.
Ein Vergleich zeigt den Aufbau. Jede zusätzliche Lage vergrößert die Querschnittshöhe um die Lagendicke. Mehr Lagen erhöhen damit den Querschnitt und die Tragfähigkeit des Trägers.
Die Holzfeuchte bei der Herstellung zählt. Konstruktionsvollholz wird mit 15 ± 3 % Holzfeuchte geliefert, die Norm erlaubt bis 20 % (Wikipedia Konstruktionsvollholz, Stand 21.10.2026). Brettschichtholz verlangt eine ähnlich kontrollierte Trocknung, damit der Verbund hält.
Welche Begriffe gehören zu Brettschichtholz?
- Keilzinkung ist eine Verbindung, bei der zwei Bretter an den Enden keilförmig ineinandergreifen.
- Faserrichtung ist die Richtung, in der die Holzfasern im Brett verlaufen.
- Holzfeuchte ist der Wassergehalt des Holzes in Prozent der Darrmasse.
- Konstruktionsvollholz ist ein geschützter Produktname für getrocknetes Bauholz aus Nadelholz.
- Brettsperrholz ist ein Holzwerkstoff aus kreuzweise verleimten Lagen.
Welche Fragen beantwortet dieser Begriff?
Was bedeutet GL24h?
GL steht für Brettschichtholz aus Lamellen, die Zahl 24 gibt die charakteristische Biegefestigkeit in N/mm² an. Das h kennzeichnet einen homogenen Aufbau aus gleichen Lamellen (Wikipedia Brettschichtholz, Stand 21.10.2026).
Ist Brettschichtholz für den Außenbereich geeignet?
Es ist für den Außenbereich nutzbar, benötigt aber einen konstruktiven Schutz vor Feuchte und Witterung. Die Dauerhaftigkeit richtet sich nach Holzart und Schutzmaßnahme. Die Hersteller geben die Gebrauchsklasse an.
Kann man Brettschichtholz selbst herstellen?
Die Herstellung verlangt Keilzinkung, Verleimung und Pressung unter Druck. Diese Verfahren erfolgen im Werk. Für tragende Bauteile ist eine Herstellung nach Norm und Zulassung erforderlich.
Quellen
Wikipedia, Artikel Brettschichtholz, Abruf und Stand 21.10.2026. Wikipedia, Artikel Konstruktionsvollholz, Abruf und Stand 21.10.2026.
Weiterlesen: Den Überblick zu den Bauweisen zeigt der Ratgeber Holzbau im Überblick: Bauweisen, Brettschichtholz und Einsatzgrenzen. Den Begriff der Brettsperrholz erklärt der Brettsperrholz. Die Holzständerbauweise beschreibt der Holzständerbauweise.
Häufige Fragen
Was bedeutet GL24h?
GL steht für Brettschichtholz aus Lamellen, die Zahl 24 gibt die charakteristische Biegefestigkeit in N/mm² an. Das h kennzeichnet einen homogenen Aufbau.
Ist Brettschichtholz für den Außenbereich geeignet?
Es ist nutzbar, benötigt aber einen konstruktiven Schutz vor Feuchte und Witterung. Die Hersteller geben die Gebrauchsklasse an.
Kann man Brettschichtholz selbst herstellen?
Die Herstellung verlangt Keilzinkung, Verleimung und Pressung unter Druck. Diese Verfahren erfolgen im Werk. Für tragende Bauteile ist eine Herstellung nach Norm und Zulassung erforderlich.
Anwendungs- und Schutzhinweise sind allgemeine Orientierung; bei Holzschutzmitteln gelten Produktangaben und Sicherheitsdatenblätter, bei statischen Fragen ein Fachbetrieb.